Die mündliche Prüfung ist für viele Teilnehmer der aufregendste Teil der TELC B1 Prüfung. Das liegt daran, dass man hier nicht alleine arbeitet, sondern mit einem Partner und vor Prüfern sprechen muss. Die gute Nachricht: Die mündliche Prüfung folgt einem klaren, vorhersehbaren Ablauf. Wenn Sie die drei Teile kennen und sich passende Redemittel aneignen, können Sie selbstbewusst in die Prüfung gehen.
Ablauf der mündlichen Prüfung
Die mündliche Prüfung dauert insgesamt ca. 15 Minuten und findet als Partnerprüfung statt. Das bedeutet: Sie werden zusammen mit einem anderen Prüfungsteilnehmer geprüft. Vor der Prüfung haben Sie 20 Minuten Vorbereitungszeit, in der Sie sich Notizen zu den Aufgaben machen können.
Es gibt zwei Prüfer: Einer leitet das Gespräch und stellt bei Bedarf Fragen, der andere beobachtet und bewertet. Beide vergeben unabhängig voneinander Punkte.
Teil 1: Kontaktaufnahme (ca. 2-3 Minuten)
Was wird verlangt?
Sie und Ihr Partner stellen sich gegenseitig vor und führen ein kurzes Kennenlerngespräch. Die Prüfer geben Ihnen ein Thema oder Stichpunkte als Gesprächsanlass (z. B. „Sie treffen sich in einem Deutschkurs zum ersten Mal“).
Redemittel für die Kontaktaufnahme
Sich vorstellen:
- „Hallo, ich heiße ... / Mein Name ist ...“
- „Ich komme aus ... und lebe seit ... in Deutschland.“
- „Ich bin ... von Beruf. / Ich arbeite als ...“
- „In meiner Freizeit ... / Mein Hobby ist ...“
Fragen stellen:
- „Und wie heißen Sie? / Woher kommen Sie?“
- „Was machen Sie beruflich?“
- „Wie lange lernen Sie schon Deutsch?“
- „Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?“
Auf Antworten reagieren:
- „Das ist ja interessant!“
- „Das finde ich toll!“
- „Ach wirklich? Bei mir ist es ähnlich.“
Teil 2: Präsentation / Über ein Thema sprechen (ca. 3-4 Minuten pro Person)
Was wird verlangt?
Sie erhalten ein Thema aus dem Alltag (z. B. „Sport und Gesundheit“, „Lesen in der Freizeit“, „Das Internet im Alltag“) und halten einen kurzen Monolog von ca. 2 Minuten. Danach stellt Ihr Partner eine Frage oder kommentiert Ihren Beitrag. Anschließend ist Ihr Partner an der Reihe.
Struktur Ihrer Präsentation
- Einleitung: Thema vorstellen und sagen, warum es wichtig oder interessant ist.
- Persönliche Erfahrung: Erzählen Sie von Ihren eigenen Erfahrungen mit dem Thema.
- Situation in Ihrem Heimatland: Vergleichen Sie, wie es in Ihrem Heimatland ist.
- Meinung und Schluss: Fassen Sie Ihre Meinung zusammen.
Redemittel für die Präsentation
Einleitung:
- „Ich möchte über das Thema ... sprechen.“
- „Dieses Thema ist meiner Meinung nach sehr wichtig, weil ...“
- „... spielt in unserem Alltag eine große Rolle.“
Persönliche Erfahrung:
- „In meinem Alltag ... / Für mich persönlich ...“
- „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ...“
- „Zum Beispiel ...“
Vergleich mit dem Heimatland:
- „In meinem Heimatland ist es ähnlich / anders.“
- „Im Vergleich zu Deutschland ...“
- „In ... (Land) ist es so, dass ...“
Meinung und Schluss:
- „Zusammenfassend denke ich, dass ...“
- „Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass ...“
- „Abschließend möchte ich sagen, dass ...“
Fragen stellen / Kommentieren (als Zuhörer):
- „Das war sehr interessant. Ich hätte noch eine Frage: ...“
- „Ich sehe das ähnlich / anders, weil ...“
- „Haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass ...?“
Teil 3: Gemeinsam etwas planen (ca. 5-6 Minuten)
Was wird verlangt?
Sie und Ihr Partner erhalten eine gemeinsame Aufgabe: Sie sollen zusammen eine Aktivität oder ein Ereignis planen (z. B. ein Abschiedsfest für einen Kollegen, einen Ausflug, ein Geschenk für einen Freund). Dazu erhalten Sie ein Aufgabenblatt mit Stichpunkten, die Sie besprechen müssen.
Redemittel für das gemeinsame Planen
Das Gespräch eröffnen:
- „Also, wir sollen zusammen ... planen. Sollen wir anfangen?“
- „Zuerst sollten wir überlegen, ...“
Vorschläge machen:
- „Ich schlage vor, dass wir ...“
- „Wie wäre es, wenn wir ...?“
- „Wir könnten zum Beispiel ...“
- „Ich hätte eine Idee: ...“
Auf Vorschläge reagieren:
- „Das ist eine gute Idee!“ / „Ja, das finde ich gut.“
- „Ich bin nicht ganz sicher, ob das funktioniert, weil ...“
- „Das stimmt, aber vielleicht sollten wir auch bedenken, dass ...“
Sich einigen:
- „Dann machen wir das so: ...“
- „Sind wir uns einig, dass ...?“
- „Gut, dann ist das abgemacht.“
Aufgaben verteilen:
- „Könnten Sie sich um ... kümmern?“
- „Ich kann mich um ... kümmern, und Sie machen dann ...“
Bewertungskriterien
Die Prüfer bewerten vier Bereiche:
- Aufgabenbewältigung: Haben Sie die Aufgabe erfüllt? Haben Sie alle Punkte angesprochen?
- Flüssigkeit und Zusammenhang: Sprechen Sie flüssig und zusammenhängend? Oder stocken Sie häufig?
- Wortschatz und Strukturen: Verwenden Sie einen ausreichenden Wortschatz und verschiedene Satzstrukturen?
- Aussprache und Intonation: Ist Ihre Aussprache verständlich? Passt die Betonung?
Wichtig: Perfektion wird nicht erwartet! Die Prüfer wissen, dass Sie noch lernen. Es geht darum, dass Sie kommunizieren können, nicht darum, fehlerfrei zu sprechen.
Tipps für die Partnerprüfung
- Kooperieren Sie mit Ihrem Partner: Die mündliche Prüfung ist keine Konkurrenz. Helfen Sie Ihrem Partner, wenn er stockt. Das zeigt kommunikative Kompetenz und wird positiv bewertet.
- Hören Sie aktiv zu: Nicken Sie, reagieren Sie auf Aussagen Ihres Partners. Monologisieren Sie nicht.
- Üben Sie mit einem Lernpartner: Suchen Sie sich jemanden zum Üben. Simulieren Sie die Prüfungssituation so realistisch wie möglich.
- Nutzen Sie die Vorbereitungszeit: In den 20 Minuten vor der Prüfung können Sie Notizen machen. Schreiben Sie Stichworte und Redemittel auf.
- Bleiben Sie ruhig: Wenn Sie ein Wort nicht finden, umschreiben Sie es. Das ist viel besser als langes Schweigen.
Auf unserer Sprechen-Seite finden Sie weitere Redemittel und Übungsthemen, mit denen Sie sich gezielt auf die mündliche Prüfung vorbereiten können.